Michael Ufer  |  1952 - 1994

»Sonnenwind «

 

Ausstellungsbeginn: am 10. Juni 2022 um 19 Uhr
Ausstellungsdauer: vom 11. bis 24. Juni 2022

Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag · 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung

Die Galerie verfügt über ein Hygienekonzept! Sie kann komplett durchlüftet werden und ist fast wie im Freien begehbar.

1952 in Hamburg-Winterhude geboren, behütet aufgewachsen in einer gutbürgerlichen Villengegend in Alsternähe, unweit ausgedehnter Parkanlagen mit Planetarium, einem Volkstheater. Beide Eltern Maler, neben der eigenen künstlerischen Arbeit sehr erfolgreich am Wiederaufbau Hamburgs engagiert. Johannes Ufer, zeitweilig Studium bei Käthe Kollwitz, Max Liebermann, war vor allem von Johannes Ittens am Bauhaus in Weimar entwickelten Farbtypenlehre beeinflusst, der Grundlage seines künstlerischen Einflusses auf die Farbgestaltung neu errichteter Stadtbezirke auf Helgoland wie auch in Hamburg-Harburg,
1972 / 1978
Zunächst Berufswunsch Musiker, entscheidet sich Michael Ufer für ein Studium der Malerei an der Hochschule der Künste bei Prof. Hermann Bachmann und findet hier einen gleichgesinnten Gesprächspartner „über Stofflichkeit in Bildern zu reden, endlos sich darüber zu unterhalten, was ein Bild  ausmacht gegenüber den Bildern, die uns vorschweben und dergleichen mehr und natürlich jener Lieblingsbegriff, den sie aus der Bildstruktur Cézannes entnahmen: vom Streumuster. Das Streumuster, die Ordnung der Pläne, der Ebenen, wobei Sie auch in dieser Ausstellung, in diesen Bildern noch einmal diese Besessenheit, mit der sie solche Dinge besprochen haben, sehen können.“ Prof. Dr. Robert Kudielka, Universität der Künste. 1994 Gedenkrede für Michael Ufer, Finissage seiner letzten Ausstellung, Galerie Bauscher, Potsdam-Babelsberg 
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978 Meisterschüler bei Prof. Hermann Bachmann
mit einer Bild-Serie zum Thema MEER.  Die LANDSCHAFT wird schon hier Anlass eigenständiger Entwürfe einer Wirklichkeit, die im Zusammenspiel von Außenwahrnehmung und Imaginationskraft des Malers entsteht. Räume der Stille, möglichen Verlorengehens. Ein Dasein, das sich in atmosphärischer Unschärfe verflüchtigt, auflösen kann, immer als Teil eines grenzenlosen Spiels von Farbigkeiten und Rhythmen.
1. November 1979 in Garrucha/ Spanien
 „...ich habe das Gefühl, ich sei schon immer hier gewesen, ...dass ich etwas wiederkenne, was ich schon vergessen glaubte. Hügel, mit Kakteen bewachsen, ein steiniger Weg führt zum Haus, dahinter ein rosiger Himmel, ewiges Licht über allem. Du fängst an zu zeichnen, knallweißes Papier, welch ein Irrsinn! Die Sonne wandert, plötzlich ist die Wand ganz hell, viel heller als du sie haben willst, die Fadenwolken verschwinden, der Himmel wird blau. Von fern bahnt sich ein Gewitter an und tausend Fliegen umsurren den Kopf. ... Am Ende ein Bild, das nichts mit dem zu tun hat, was da ist, welches aber ohne dieses nicht zustande gekommen wäre.“
5. März 1980
 „...beim Malen merke ich, dass sich das Graugrün der Landschaft beim genauen Beobachten nach und nach in Grau verwandelt, Graurot oder in viele silbrige Grüns, aus dem gegenständlichen Motiv wird sehr schnell ein aus vielen Flecken dieser Art bestehendes Fleckenbild. ... Übrig bleibt vom konkreten Gegenstand (Haus, Bau, Felsen etc) nur noch die Konstellation der Rhythmen und Räumlichkeiten, die nicht mehr mit Worten zu beschreiben sind, da sie völlig in der Malerei zu Hause sind.“
1983/1985 Einzel- und Gruppenausstellungen in Berlin und Hannover
Im Katalog zu einer dieser Ausstellungen Dr. Michael Thiel „Bereits früh entwickelte sich bei Michael Ufer eine Flecken-Malerei. Es geht ihm nicht um eine Repräsentanz von Objekten, sondern um Präsenz. Er bezieht sich dabei auf Cézanne, „Harmonie parallel zur Natur“, wenn er aus unterschiedlichen Farbflecken den Raum einer Natursituation bildet und rhythmisiert, ihn in Schwingung versetzt, so dass er schwerelos zu atmen beginnt.... Michael Ufers Kraft, malerisch reich differenzierte Antworten auf eine Landschaftssituation oder Figurenkonstellation zu entwickeln zeigt sich in variationsreichen Abwandlungen, Umformulierungen, Abstraktionen des Wahrnehmbaren oder Denkbaren, „Innenbilder“,  Reflexe der innerer Befindlichkeit bei der Bearbeitung eines malerischen Problems.
1988 /1994 Einzelausstellungen in Berlin, Coburg, Hamburg, München, Potsdam – zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen
In dieser Zeit schreibt Michael Ufer über seine Arbeitsweise: Meine Bilder entstehen langsam. Ich arbeite - ständig übermalend – korrigierend. Aus anfänglicher Fülle treibe ich zu einer immer mehr auf Knappheit zielenden Formulierung hin. Die Schwingung der Bilder kommt aus dem Fleckhaften der Malweise. Ich taste mich wie ein „Blinder“ durch den mich umgebenden Bildraum bis ich seine Maße, Tücken, seine Ein- und Ausgänge in etwa erkenne. Auf diesem Weg gibt es kein Ziel. Ich will nicht malen, was ich fühle, ich fühle was ich male - wenn’s gut geht.
1990 / 1992
In den folgenden Jahren entstehen in Ableitung des Baum-Themas eine überbordende Fülle spielerischer Variationen mit immer radikalerer Loslösung von abbildbaren Vorlagen, zahlreiche großflächige Leinwände sowie Papierarbeiten in ganz unterschiedlichen Formaten, die Michael Ufer mit großem Zuspruch ausstellen und auch verkaufen kann.'
1992 / 94
Auf seiner Reise durch die USA mit häufig Flugzeug-Landungen, Abflügen entdeckte Michael Ufer mit einer Art "Zoom-Blick", wie er einmal erklärte, ganz unterschiedlich strukturierte Stadtlandschaften aus der Vogelperspektive und fand damit ein neues faszinierendes Bild-Motiv, auf Grund seines frühen Todes sein letztes. Zahlreiche Arbeiten unterschiedlicher Farbigkeit, rhythmisch schwingenden Leinwänden entstanden, für den Betrachter überwältigend. Viele dieser Arbeiten befinden sich heute in der Sammlungen Dieter und Ruth Ekkernkamp und Dr. Nestler, beide Freiburg.