Thomas Räse
»Reiterferien für den Verstand«

Das Wesentliche fotografieren und ohne große „Worte“ Inhalte mit menschlichen und tierischen Dramen darzustellen, das kennzeichnet die Fotografie von Thomas Räse. Er gibt sich nicht mit formaler Bildgestaltung zufrieden. „Ein Foto muss eine Aussage beinhalten, die den Betrachter reizt, zu verweilen und sich auseinanderzusetzen.“ Es ist ein Ritt für den Verstand. Der Bildtitel, wie z. B. „The Gracious Mohawk“ für einen kleinen Jungen mit einer Irokesenfrisur, lässt erahnen, dass es um unsere Kindheit geht. Wer denkt bei diesem Bild nicht an diverse Indianerspiele im Hinterhof. Das Bild „No Guts No Glory“ stellt dem Betrachter spontan gleich mehrere Fragen. Was sagt der starr nach vorne gerichtete Blick der Frau? Hat sie Angst? Ist sie unbeeindruckt? So entsteht bei der Auseinandersetzung mit den Fotos von Thomas Räse ein Bezug zum Selbst des Betrachters.
Der Betrachter der Bilder von Thomas Räse steht vor einer doppelten Aussage. Einerseits sind die Bilder expressiv und sprechen für sich, andererseits versucht der Titel etwas von der tieferen inhaltlichen Bedeutung preiszugeben, aber nicht so, dass der Betrachter gleich weiß, wo die Reise hingeht. Thomas Räse arbeitet in vielen Bildern mit einer starken Symbolik. So wird sich der Betrachter der Bilder Gedanken machen müssen, welche Bedeutung z. B. der Löwe auf dem Schoß einer älteren Dame hat. Die Umwelt ist quasi ausgeschaltet. Die teilweise widersprüchliche Rolle in die der Betrachter versetzt wird, hält ihn fest und verlangt nach einer Auseinandersetzung mit dem Bild. Sich dem Sog der Bilder von Thomas Räse zu entziehen, ist schwer möglich.
Der Fotograf arbeitet in vielen seiner Bilder mit einer gewissen Ironie, die den Betrachter leicht schmunzeln lässt. Thomas Räse spricht hier von einem gewissen „Unfugspotenzial“. Bei intensiver Betrachtung und der Auseinandersetzung mit einem Foto erscheint aber das Bild hinter dem Bild und lässt Tiefe zu. Damit entschwindet die Ironie und macht dem Verstehen Platz.

Thomas Räse unterstreicht seine Bildaussagen durch gewagte Schnitte und einen eigenen Bildstil. Die starken Kontraste und Sepia-Tönungen sind nicht aufgesetzt, sondern unterstreichen die Aussagen.  Jochen Scholz

Zur Person
Thomas Räse lebt und arbeitet als Fotograf in Berlin


Vernissage
: am 5. Dezember 2020 von 16 bis 21 Uhr - jedoch nicht in gewohnter Form, aber mit großer Sorgfalt und Respekt vor der aktuellen Situation. s.u.
Ausstellungsdauer: vom 6. Dezember 2020 bis 22. Dezember 2020
Samstag, den 22. Dezember 2020 Finissage von 16 - 19 h

Öffnungszeiten: täglich von 15 -20 Uhr

Die Besonderheiten:
Die Galerie verfügt über ein Hygienekonzept! Sie kann komplett durchlüftet werden und ist fast wie im Freien begehbar. Zieht euch entsprechend warm an! Eure vorherige Anmeldung inkl. Zeiten würde uns bei der Organisation sehr helfen und ermöglicht uns, die Besucheranzahl zu steuern. Bitte meldet euch bei Thomas Räse unter 0171 622 96 52 an. DANKE!