Ina Abraham

„Still.eben“

Hinter dem Statischen tritt das Dynamische hervor, belebter Stillstand, stockende Bewegung. Nur für einen Wimpernschlag angehalten ist im verlassenen Haus der pendelgleiche Zirkelschlag, der, wie lange schon, Schlieren in Tapete und Mauerwerk graviert. Auch dem Café, an dem achtlos der Verkehr vorbeirauscht und das schon lange keine Ankunft mehr erlebt hat, ist die Vergänglichkeit eingeschrieben: Melancholie. Strafend der Blick auf das Matratzenlager unter der Brücke, fast schon ironisch dagegen der Schirm am Begräbniswagen.

Gute 30 Fotos versammelt die Ausstellung „Still.eben“, mit der Ina Abraham – neben ihrer Schnappschuss-Fotografie – schwarzweiß und farbig hier eine andere Seite zeigt, den „Beifang“ des Flanierens. Nachzuspüren ist in der Galerie G37 diesem innehaltenden Blick gleichermaßen für das banale wie verstörende Detail, das sich, wie etwa die Lichtreflexe an der blassvioletten Brandmauer, vor der Linse erst komponieren muss. Entstanden sind die Aufnahmen in den letzten 20 Jahren am Übergang von der analogen zur digitalen Fotografie, die eine ausschließlich monochrom, die andere hier und da mit dem Bekenntnis zur Farbe. Ohne sie käme etwa das goldene Moos in der Abendsonne auch kaum aus.

Zur Person: Ina Abraham, 1965 in Berlin geboren, lebt mit ihrer Familie in Berlin

Ausstellungsbeginn: am 21. Mai 2021 – vermutlich noch nicht in gewohnter Form, aber mit großer Sorgfalt und Respekt!

Ausstellungsdauer: vom 21. Mai bis 13. Juni 2021

Öffnungszeiten: Wir noch bekannt gegeben

Die Besonderheiten: Die Galerie verfügt über ein Hygienekonzept! Sie kann komplett durchlüftet werden und ist fast wie im Freien begehbar.